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Kursdaten: Echtzeit, Verzögerung und Börsenplätze

Ob ein Kurs „Echtzeit“ ist, lässt sich nur zusammen mit Börsenplatz, Zeitstempel und Kursart beantworten. Eine Aktie kann gleichzeitig an mehreren Plätzen gehandelt werden; Last Trade, Geldkurs (Bid) und Briefkurs (Ask) sind unterschiedliche Werte. Für die Einordnung einer Anzeige gehören deshalb Instrument, Handelsplatz, Währung, Datenzeit und Aktualisierungsstatus in denselben Blick. Eine verzögerte Kursanzeige ist eine Beobachtungsinformation und keine aktuelle Ordernotierung.

Eine aussagekräftige Beobachtung dokumentiert zwei Zeitpunkte: den sichtbaren Kurszeitpunkt und den Moment der Ablesung. So lässt sich erkennen, ob eine scheinbar ruhige Kursreihe tatsächlich ohne Handel blieb oder lediglich nicht aktualisiert wurde.

Zeitstempel zeigen, wann der Kurs entstand

Eine Zahl ohne Uhrzeit sagt wenig über ihre Aktualität. Manche Ansichten aktualisieren laufend, andere in Intervallen oder nur zum Tagesende. Der Zeitstempel neben dem Preis kann Börsenzeit, Gerätezeit oder den Zeitpunkt des letzten Datenabrufs bezeichnen. Bei unterschiedlichen Zeitzonen können Tageswechsel und Schlusskurse scheinbar auf verschiedene Kalendertage fallen. Öffnungszeiten variieren je Markt und können Feiertage oder verkürzte Handelstage einschließen; ein unveränderter Wert außerhalb einer Sitzung ist nicht automatisch ein Datenfehler.

„Live“ kann sich auf einen konkreten Datenfeed beziehen, nicht auf jeden Wert im Bildschirm. TradingView erklärt beispielsweise, dass bestimmte Börsen Echtzeitdaten separat lizenzieren und dass Daten des US-Markts je nach Ansicht auch von Cboe stammen können, während direkte Daten der Primärbörsen eine eigene Berechtigung erfordern. Diese Beispiele zeigen, warum ein Tarifname keine Aussage über alle Märkte trägt. Maßgeblich ist der Status des konkreten Symbols und Handelsplatzes.

Handelsplatz, Währung und Kursart unterscheiden

Ein Unternehmen kann an mehreren Börsen notiert sein. Listing, Währung, Handelszeiten, Liquidität und Marktpreis unterscheiden sich. Zwei Kursanzeigen für denselben Unternehmensnamen müssen daher nicht dieselbe Aktie am selben Markt beschreiben. Eine ISIN hilft, das Wertpapier zu identifizieren, während Ticker und Handelsplatz das konkrete Listing präzisieren. Ein Eurokurs und ein Fremdwährungskurs sind nur mit dokumentierter Umrechnung und deren Zeitpunkt vergleichbar.

Der letzte gehandelte Preis (Last) ist ein tatsächlich gemeldeter Abschluss eines Geschäfts, aber möglicherweise nicht der Preis, zu dem eine neue Order ausgeführt werden kann. Bid bezeichnet das höchste veröffentlichte Kaufgebot, Ask das niedrigste Verkaufsangebot. Die Spanne zwischen ihnen ist der Spread. Für einen Wert, der gerade nicht gehandelt wird oder dessen Feed verzögert ist, kann Last besonders alt sein. Eine Chartlinie kann zudem auf Schlusskursen oder einem anderen zusammengefassten Intervall beruhen. Kursanzeige und Ordermaske können unterschiedliche Datenquellen verwenden; ein Chart-Abonnement macht die Broker-Notierung nicht automatisch gleich aktuell.

Tagesende und Intraday beantworten andere Fragen

Intradaydaten zeigen Preisbewegungen innerhalb des Handelstags und hängen von Intervall, Datenabdeckung und Berechtigung ab. Tagesenddaten verdichten den Verlauf meist auf einen Wert pro Börsentag. Für eine längerfristige Verlaufsgrafik ist diese Verdichtung oft übersichtlicher; kurzfristige Ausschläge und die Reihenfolge der Geschäfte sind darin nicht zu sehen. Vor einem Vergleich ist außerdem zu klären, ob die historische Reihe echte damalige Notierungen oder nachträglich angepasste Werte enthält.

Bei Aktiensplits werden historische Preise in vielen Reihen rückwirkend angepasst, damit der technische Sprung nicht als gewöhnlicher Kursverlust erscheint. Dividendenbereinigte Reihen beziehen Ausschüttungen rechnerisch ein und beantworten eine andere Frage als die Entwicklung des tatsächlich notierten Aktienkurses. Währung, Anpassungsmethode und Stichtag sollten daher in einer Analyse notiert sein. Ein Import aus einer CSV-Datei ist laut Portfolio-Performance-Handbuch ein Kurs-Snapshot, der für spätere Tage erneut aktualisiert werden muss.

Datenzugang als eigene Funktion behandeln

Marktdaten unterliegen Berechtigungen und Börsenlizenzbedingungen. Ein Basiszugang kann bestimmte Märkte, Kennzahlen oder Zeiträume enthalten; ein zusätzliches Paket kann nur für ausgewählte Börsen gelten. Bei der Kostenplanung gehören Börsenplatz, Echtzeitstatus, Nutzerstatus und Abrechnungsperiode daher getrennt zum Tarifvergleich. Die konkrete Verfügbarkeit sollte sich aus der Produktanzeige des jeweiligen Marktes ergeben, nicht aus einer pauschalen Bezeichnung wie „Pro“ oder „Premium“.

Ein kleines Prüfprotokoll hält Wertpapierkennung und Listing fest, dokumentiert den Zeitstempel, unterscheidet Last/Bid/Ask und erfasst den Datenstatus neben dem Chart. Die Kursanzeige dient ihrer jeweiligen Datenfrage; Orderbedingungen sind in der dafür vorgesehenen Brokeransicht einzuordnen. Datenversorgung, Funktionen und Export sind wichtige Auswahlkriterien; für Börsenlizenzen und laufende Gebühren zählen die Kostenbestandteile von Softwareabos.