Fremdwährungsanlagen in der Depotsoftware richtig bewerten
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Handels-, Konto- und Berichtswährung trennen
Ein Fremdwährungsdepot enthält mehrere Währungsebenen. Die Handelswährung bezeichnet, in welcher Währung ein Wertpapierkurs angegeben ist. Die Kontowährung ist die Währung des Verrechnungskontos; die Berichtswährung ist die Einheit der Gesamtauswertung. Diese drei Währungen können übereinstimmen oder voneinander abweichen.
Ein Wertpapier, das an einem europäischen Handelsplatz in Euro gekauft wird, kann dennoch wirtschaftliche Währungsrisiken aus seinen zugrunde liegenden Anlagen haben. Die Depotsoftware bewertet zunächst den notierten Marktpreis und rechnet ihn dann für den gewählten Bericht um.
Legen Sie in Auswertungen fest, welche Perspektive Sie benötigen: Entwicklung in der Wertpapierwährung, Wert des gesamten Depots in Euro oder Bestand einzelner Fremdwährungskonten. Ein Wechsel der Berichtswährung ändert den umgerechneten Berichtswert, nicht die historische Buchung selbst.
Wechselkursnotation eindeutig lesen
Ein Kurs wie „1,10“ ist ohne Einheiten mehrdeutig. Sind es 1,10 US-Dollar je Euro, dann entspricht ein Euro 1,10 Dollar. Ist der Kurs dagegen 0,91 Euro je Dollar, wird eine Einheit Dollar in Euro ausgedrückt. Diese Notierungen sind ungefähr inverse Werte, aber Rundung führt dazu, dass das eine Ergebnis nicht exakt der Kehrwert des angezeigten anderen sein muss.
Schreiben Sie bei jedem hypothetischen oder eigenen Beispiel die Einheiten aus. Bei einer Notierung in Dollar je Euro wird der Dollarbetrag durch den Kurs geteilt, um den Eurobetrag zu erhalten. In der Gegenrichtung wird der Eurobetrag mit dem Kurs multipliziert. Achten Sie auch darauf, ob die Software die Notierung beim Import automatisch invertiert oder eine Gegenwährung als Berichtswährung verwendet.
Ein gebuchter Umrechnungskurs kann aus der konkreten Abrechnung stammen. Für spätere Marktwertberichte wird dagegen meist ein Wechselkurs zum Bewertungsstichtag verwendet. Beide Größen sollten in der Historie nicht versehentlich vertauscht werden.
Kurs- und Währungsrendite kombinieren
Wenn ein Wertpapier in Fremdwährung steigt oder fällt und zugleich die Fremdwährung gegenüber der Berichtswährung ihren Wert verändert, wirken beide Faktoren zusammen. Bei definierter Notierung in Berichtswährung je Einheit Fremdwährung gilt: (1 + Anlagenrendite) × (1 + FX-Rendite) − 1. Die FX-Rendite muss dieselbe Richtung verwenden: Wertänderung der Fremdwährung gemessen in Berichtswährung.
Hypothetisches Beispiel: Ein Vermögenswert steigt von 100 auf 110 US-Dollar, also um 10 Prozent. Gleichzeitig steigt der Euro-Gegenwert je Dollar von 0,90 auf 0,99 Euro, ebenfalls um 10 Prozent. Der Anfangswert entspricht 90 Euro, der Endwert 108,90 Euro. Damit ergibt sich in Euro ein Plus von 18,90 Euro beziehungsweise 21 Prozent. Die Rechnung ist 1,10 × 1,10 − 1 = 0,21, nicht bloß die Addition von 10 und 10 Prozent.
Wenn der Dollar gegenüber dem Euro fällt, kann die Währungswirkung einen positiven Wertpapieranstieg teilweise oder vollständig aufheben. Der tatsächliche Depotwert hängt zusätzlich von Käufen, Verkäufen, Ausschüttungen, Gebühren, Steuern und deren jeweiligen Kursen ab. Für eine Renditeperiode mit Cashflows sind daher passende zeit- oder geldgewichtete Verfahren nötig; die einfache Produktformel beschreibt die kombinierte Veränderung ohne zusätzliche Zahlungsströme.
Fremdwährungs-Cash und Umtauschbewegungen einbeziehen
Ein Dollar-Guthaben entwickelt sich nicht wie ein Euro-Guthaben. Ein Verkauf eines US-Wertpapiers auf ein Dollar-Verrechnungskonto ist zunächst ein Wertpapierverkauf und erhöht Dollar-Cash. Erst die spätere Umwandlung in Euro ist ein weiterer Vorgang.
Erfassen Sie beim Umtausch beide Seiten: abgegebenen Betrag, erhaltenen Betrag, Umtauschdatum und berechneten Kurs. Ist eine Gebühr ausgewiesen, bleibt sie separat sichtbar. Wenn die Software nur einen Nettobetrag speichert, verlieren Sie möglicherweise die Möglichkeit, Wechselkurs und Gebühr nachträglich zu erklären.
Kontrollieren Sie, ob der Bericht das Fremdwährungskonto zusätzlich zu den im Depot enthaltenen Wertpapieren zählt. Der Cashsaldo darf weder in einer Gesamtposition noch über eine parallele Bankübersicht doppelt einfließen. Für die Zusammenschau verschiedener Institute hilft auch der Ratgeber mehrere Depots und Konten zusammenführen.
Gebühren, Steuern und Kurszeitpunkte beachten
Beim Kauf oder Verkauf können Kurswert, Gebühren und Steuern in unterschiedlichen Währungen abgerechnet werden. Ein Broker kann einen eigenen Abrechnungskurs nutzen, der von einem späteren Referenzkurs abweicht. Für den Cashabgleich ist der belastete oder gutgeschriebene Betrag maßgeblich; für eine Marktbewertung zählt der gewählte Stichtagskurs.
Auch die Zeitpunkte müssen zusammenpassen. Beim Vergleich zweier Berichte stellen Sie sicher, dass Wertpapierkurs, Wechselkurs und Kontobewegungen jeweils demselben Bewertungsstichtag entsprechen.
Eine Aufteilung nach Börsenwährung ist keine vollständige Messung wirtschaftlicher Währungsexponierung. Für einen Fonds mit vielen internationalen Positionen braucht eine Look-through-Auswertung tatsächliche Fondsbestandteile; der Handelsplatz oder die Anteilsklassenwährung allein verrät sie nicht. Ohne verlässliche Komponenten ist die Aussage auf beobachtbare Notierung und Kontowährung zu begrenzen.
Die Umrechnung mit einer Kontrollrechnung prüfen
Wählen Sie eine einzelne Fremdwährungsposition und rechnen Sie sie unabhängig nach: Stückzahl mal Kurs ergibt den Bruttowert in Handelswährung; dieser Betrag wird mit dem notierten Umrechnungskurs in Berichtswährung übertragen. Vergleichen Sie den Ergebniswert mit der Software und notieren Sie Datum, Kursrichtung und Rundung. Vergleichen Sie zusätzlich ein Cashkonto.
Danach vergleichen Sie Anfangs- und Endwert in der Berichtswährung und prüfen, ob externe Einzahlungen separat behandelt werden. Weicht der Bericht von Ihrer Rechnung ab, suchen Sie gezielt nach einem anderen Kursstichtag, einer invertierten Notierung, Gebühren, nicht erfassten Erträgen oder einer anderen Berichtswährung. Korrigieren Sie die konkrete Annahme, nicht pauschal den Gesamtwert.
Halten Sie für spätere Vergleiche dieselbe Methode und Währung fest. In Renditeberichten sollte außerdem ersichtlich sein, ob Erträge und Kosten einbezogen sind; dazu passt der Ratgeber Rendite zeit- oder geldgewichtet berechnen. Grundlegende Anforderungen an Software für Bestände, Währungen und Exporte beschreibt Depotsoftware nach Bedarf auswählen.