Aktienscreener einrichten und Ergebnisse auswerten
Ein Screener liefert nur für ein klar definiertes Universum und eine überprüfte Filterlogik verwertbare Treffer. Wählen Sie zuerst, welche Aktien einbezogen werden sollen, zum Beispiel nach Markt, Land, Branche oder Börsennotierung. Legen Sie danach Kennzahl, Zeitraum, Einheit, Währung und Datenstand fest. Eine Ergebnisliste beantwortet damit eine präzise Suchfrage; sie erklärt allein noch nicht, warum ein Unternehmen einen bestimmten Wert erreicht.
Das Universum bestimmt, wer überhaupt erscheinen kann
„Alle Aktien“ kann je nach Software unterschiedliche Märkte und Notierungsarten umfassen. Achten Sie darauf, ob Nebenwerte, ausländische Notierungen, Vorzugsaktien oder Zweitlistings enthalten sind. Ein kleiner Filter auf einen einzelnen Börsenplatz kann ausländische Aktien ausschließen, selbst wenn die Firma im globalen Markt bekannt ist. Für einen Branchenvergleich sollte das Universum die gleiche Unternehmensart umfassen und nicht bloß dieselbe grobe Börsenkategorie.
Entscheiden Sie außerdem, ob Sie einzelne Aktiengattungen oder Unternehmen vergleichen möchten. Mehrere Anteilsklassen eines Emittenten können eigene Kennungen und unterschiedliche Stimmrechte besitzen. Doppelte Notierungen können dieselbe wirtschaftliche Firma mehrfach in die Liste bringen. Eine stabile Kennung wie die ISIN bestimmt die Wertpapiergattung; Börsenplatz und Handelswährung beschreiben die ausgewählte Notierung. Dieselbe Wertpapiergattung kann an mehreren Plätzen gehandelt werden.
UND und ODER verändern die Ergebnismenge stark
Mehrere UND-Bedingungen verkleinern das Ergebnis, weil ein Wert alle Kriterien erfüllen muss. „Marktkapitalisierung über X UND Umsatzwachstum positiv“ lässt nur Titel übrig, die beides erfüllen. ODER fasst Alternativen zusammen: „Land A ODER Land B“ erweitert das Auswahlfeld. Eine verschachtelte Regel wie „(Land A ODER B) UND positiver freier Cashflow“ verbindet die beiden Arten. Viele Oberflächen zeigen Gruppen, Klammern oder Bedingungen in einer Liste; lesen Sie diese Struktur vor dem Speichern einmal als Satz.
Kontrollieren Sie Grenzwerte und Vergleichszeichen. „größer als 5“ schließt genau 5 aus, während „mindestens 5“ den Grenzwert einschließt. Prozentwerte können als Prozentpunkte oder Dezimalzahlen gespeichert sein. Ein Wachstum von 0,08 kann in einer Tabelle als 8 Prozent angezeigt werden; wird die Darstellung ungeprüft in den Filter übernommen, ändert sich das Ergebnis um den Faktor 100. Nehmen Sie einen bekannten Beispielwert und kontrollieren Sie, ob er am gesetzten Grenzwert so eingeordnet wird wie erwartet.
Fehlende Angaben, Null und Einheiten unterscheiden
Null ist ein konkreter Zahlenwert; ein leeres Feld bedeutet, dass kein Wert vorliegt oder die Software ihn nicht ausweist. Bei einem Screener kann eine Bedingung „größer als 0“ fehlende Daten ausschließen, aber auch reale Nullwerte. Manche Anwendungen behandeln leere Felder separat, andere sortieren sie an den Anfang oder das Ende. Kontrollieren Sie für einen markanten Treffer das Kennzahlenprofil und stellen Sie fest, ob der Filter auf „fehlend“, „0“ oder eine Schätzung reagiert.
Jede Kennzahl braucht einen Nenner und Zeitraum. Umsatzwachstum gegenüber Vorjahr ist etwas anderes als Fünfjahreswachstum; ein KGV auf TTM-Basis etwas anderes als ein KGV auf Basis des letzten Geschäftsjahres. Kontrollieren Sie Währung, Einheit (Euro, Tausend, Million) und die Art der Zahl: berichtet, bereinigt oder geschätzt. Ein negativer Gewinn kann ein negatives KGV erzeugen, das mit einer regulären positiven Bewertung nicht sinnvoll als „günstiger“ sortiert werden kann.
Bei grenzüberschreitenden Listen gehören Börsenplatz, lokaler Handelstag und Währung zur Auswertung. Ein Datenanbieter kann Kurse zu unterschiedlichen Zeitpunkten aktualisieren. Speichern Sie Datum und Uhrzeit des Abrufs zusammen mit dem Filter. Wenn das Ergebnis später erneut erstellt wird, können Marktbewegungen, Berichtstermine oder Datenkorrekturen andere Treffer ergeben, obwohl die gespeicherte Regel gleich geblieben ist.
Die Stichprobe macht Filterfehler sichtbar
Öffnen Sie nach jedem Filterlauf mehrere Treffer und mindestens einen plausiblen Nichttreffer. Vergleichen Sie die Originalwerte und wiederholen Sie die Bedingung per Hand: Stimmt das Vorzeichen? Ist der richtige Berichtszeitraum ausgewählt? Gehört das Unternehmen tatsächlich zur gewählten Branche? Gibt es ungewöhnliche Werte durch eine Übernahme, einen Verlust oder einen einmaligen Effekt? Diese Stichprobe deckt besonders bei vielen verknüpften Filtern fehlerhafte Feldbezeichnungen und leere Datenpunkte auf.
Exportieren Sie eine Momentaufnahme mit Kennung, Name, Börsenplatz, Filterwert, Einheit, Zeitraum und Datenabruf. Damit lässt sich später nachvollziehen, warum ein Titel in der Liste stand. Ein Exportdatum ist ebenso wichtig wie ein Datenstand im Tool: historische Trefferlisten können bei Aktualisierung der Anbieterwerte ihre Zusammensetzung ändern. Bewahren Sie die Filterbeschreibung zusammen mit dem Tabellenexport auf und vermeiden Sie eine unspezifische Spalte „Wert“, deren Bedeutung später nicht mehr klar ist.
Ein niedriges KGV kann unter anderem aus hohen zyklischen Gewinnen, erwarteten Ergebnisrückgängen oder besonderen Geschäftsrisiken entstehen. Ein belastbarer Vergleich der Fundamentaldaten verwendet passende Unternehmen, Perioden und Ergebnisgrößen. Ergänzende Chartbeobachtungen bekommen dieselbe Zeit- und Datenbasis. Die Aktienanalyse mit Software verbindet diese Beobachtungen mit einer dokumentierten Fragestellung.